Konzept

Die Elemente des Groove

Du musst das hier nicht lesen, um die Dienste des Groove-Coach in Anspruch nehmen zu können. Aber wenn du etwas Muße hast - umso besser. Es folgt ein kleiner Aufsatz über den Approach, der hinter dem Groove-Coach Konzept steht. (Wie übrigens auch bei meinem Buch und der App „Inner Pulse Trainer).

Vorweg, qFrank-Muetzeuasi als Einleitung, meine zwei Hauptthesen:

Erstens:
Groove (und seine positive Qualität: Timing) ist eine technische Fähigkeit, die man erlernen kann. Also kann jeder Mensch grooven wie die Pest.

Zweitens:
Timing und Feeling sind eins.

Jetzt der Aufsatz:
Ich muss ausholen: Der Groove - oder auch Rhythmus - ist ein Bestandteil von Musik. Die anderen Bestandteile sind Melodie, Harmonie und Klangfarbe. Noch mal zur Übersicht:

Musik =
·       Melodie
·       Harmonie
·       Rhythmus
·       Klangfarbe (Instrument)

(So ist es jedenfalls bei den meisten zeitgenössischen Musikstilen. Sicher: es gibt Ausnahmen, aber bleiben wir ruhig beim Mainstream).

Das Wort „Timing“ bezeichnet die Qualität des Rhythmus. Seine Gleichmäßigkeit im Tempo und die Sicherheit beim Platzieren der Noten auf den Rasterpunkten der Subdivisions. Gutes Timing vermittelt Sicherheit. Dazu muss es nicht zwangsläufig „quantisiert“, also mathematisch korrekt sein. Aber verlässlich muss es sein. Verlässlichkeit im Rhythmus führt zu wippen, Kopfnicken, tanzen, sich wiegen usw. Dann grooved es. Oder es rockt, oder swingt, oder shuffled oder, oder... Das meint alles das selbe und das ist, was wir wollen.

Der Rhythmus selbst besteht aus diesen vier Elementen:
Rhythmus =
·       Puls (Tempo)
·       Subdivisions (Binär, ternär, straight, shuffle....)
·       Phrasierung (Platzierung der Noten auf den Rasterpunkten der Subdivisions. „Quantisiert“ oder „in Between“)
·       Dynamik (Akzente, Laut-Leise)

Dies sind also die Elemente des Groove. Hier findet „Timing“ statt und hier entscheidet sich ob "es grooved" - oder eben nicht.
Und? Kann man das lernen? Ja klar kann man das:
·       Den Kontakt zum Puls zu halten, während du etwas spielst kannst du üben und damit dein Tempo besser kontrollieren.
·       Die unterschiedlichen Subdivisions ( 8tel, triolen, 16tel....) auf dem Punkt parat zu haben, ohne schneller oder langsamer zu werden kannst du üben.
·       Die Plätze auf dem Raster der Subdivisions (erster, zweiter, dritter, vierter 16tel schlag usw...) genau zu treffen kannst du üben.
·       Die Unterschiede von lauten und leisen Anschlägen, (nicht bedeutend für „Timing“, aber für „Groove“) kannst du ebenso üben.

Also ja: Timing ist eine technische und damit erlernbare Fähigkeit.

Mit Puls, Subdivisions, Phrasierung und Dynamik haben wir gleichzeitig die Kriterien, die ich beim Audio Groove-Check überprüfe und auch die Ansatzpunkte beim Coaching.

Oft ist es so, dass Musiker keine wirklich genaue, detaillierte Vorstellung davon haben, wie der Song klingen soll und was genau sie auf ihren Instrumenten tun und wie es sich das mit den anderen Instrumenten in der Band verträgt. Das Ergebnis ist eine „unscharfe“ Performance. Beim Coaching nehmen wir uns die fraglichen Stellen vor, richten Quasi die Lupe darauf und fragen: Was genau passiert hier? Was können wir genau hier tun, damit es noch besser läuft?

Der rote Faden, der alles verbindet, ist ausgedrückt in meiner zweiten These:

Timing und Feeling sind  eins.

Was das heißt?:
Wenn du ein dir bekanntes Musikstück 50% schneller spielst wie gewohnt, wirst du schnell merken, dass bei dir, und auch beim Hörer, ein ganz anderes Gefühl erzeugt wird. Wenn du einen Schlag nicht auf das erste 16tel platzierst, sondern auf das zweite 16tel, so änderst du nicht nur die zeitlich, mathematische Position,  es fühlt sich auch ganz anders an. (Meistens extrem ungewohnt, und deshalb recht verwirrend). Ebenso ist es beim Unterschied zwischen 16teln und Triolen. Zuletzt Dynamik: spiele mal eine heftige Rocknummer in Zimmerlautstärke. Und Achtung an alle elektrisch verstärkten Instrumente: Nicht den Lautstärkeregler anfassen, sondern weniger fest drücken oder zupfen oder Singen......

Bei so großen Unterschieden wird offensichtlich, was das Wort „Feeling“ im Bezug auf Groove Timing zu bedeuten hat. Das funktioniert, bei einigem Training, auch bei geringeren Unterschieden, und überhaupt bei allen Bewegungsmustern, die wir am Instrument ausführen.

Die Stärke des Menschen ist es, das zu „Fühlen“ und, ganz entscheidend, auch abzuspeichern und das gespeicherte bei Bedarf wieder hoch zu holen.
Der Unterschied zwischen Mensch und Maschine ist der:

Die Maschine hat ein Steuerteil, das zu ihr sagt: „Setze diese Note auf genau diesen Zeitpunkt, Wert x-y-z, mit genau dieser Intensität, Wert y-y-z“.

Der Mensch hat auch ein Steuerteil, sein Gehirn, das zu der Hand sagt: „Mach was du willst, aber lass es sich genau so anfühlen. Du weißt schon was du tun musst, ich habs´ dir ja oft genug gezeigt“.

Genau dieses Prinzip gilt übrigens auch für Technik, sprich Bewegungsabläufe.

Mit alledem haben wir noch lange keinen Ausdruck erreicht, aber wir haben die Voraussetzung  geschaffen, die Ausdruck erst ermöglicht. (Schon mal einen Liebesbrief mit viel Ausdruck in Chinesisch verfasst? Viel Spaß).

Jetzt weißt du wie ich die Sache angehe. Ich würde mich riesig freuen dich kennenzulernen und dich bei unserer gemeinsamen Leidenschaft, Musik, Musik, Musik,  ein wenig zu unterstützen.

Herzlicher Gruß und bis bald

FRANKS

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